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Camping in Albanien - Unterwegs auf 4 Rädern
Albanien,  Balkan

Camping in Albanien

Von unserem letzten Camping unweit von Bar, Montenegro, war es nur noch ein Katzensprung nach Albanien.
(Falls du den Bericht „Unterwegs im Balkan“ noch nicht gelesen hast, findest du diesen hier.)
Gleich nach dem Grenzposten, wo sie unsere Pässe und Fahrzeugpapiere, aber nicht unsere Zertifikate kontrollierten, wurden die Strassen schmäler.
In Shkodra, der ersten Stadt, in der wir anlangten, wurden gleich mal mit der albanischen Fahr- und vor allem Parkweise bekannt gemacht. Fahren kann man grundsätzlich überall dort, wo es Platz hat, ganz unabhängig von Verbotenschildern, Strassenmarkierung und gesundem Menschenverstand.
Parken ist noch viel einfacher. Das kann man auch dort tun, wo es keinen Platz hat. Zum Beispiel mitten auf der Fahrbahn. Warnblinker rein und aussteigen. Am besten ohne zuerst zurückzublicken, um festzustellen, ob eine potenzielle Gefahr besteht, dass einem die Fahrertür abgerissen wird.
Das führt unweigerlich zu Stau und Chaos.
„Ich habe mich schon langsam an ihren Fahrstil gewöhnt“, ruft Seraina vom Steuer herüber, während sie sich durch die Blechlawine wühlt. „Und es beginnt mir sogar Spass zu machen! Aber was für einen Kulturschock müssen die kriegen, wenn sie das erste Mal in der Schweiz fahren!?“
Der Vorteil an unserem Wohnmobil: Wir werden gesehen und man weicht vor uns. So fanden wir schnell den Weg zum nächsten ATM, wo wir ein paar tausend albanische LEK abhoben und uns danach aus dem Staub machten.

Am Koman See

Am Koman See, weit weg und doch nur 20 oder 30 Kilometer vom Trubel entdeckten wir einen ruhigen Camping auf dem Gast- und Bauernhof einer albanischen Familie direkt am See. Mitte Dezember waren wir hier die einzigen Gäste. Diesen Frieden genossen wir sehr. Hier sammelten wir erste Eindrücke des ländlichen Lebens in Albanien, planten unsere Route durch das Land und machten uns mit all den Tieren hier auf der „Animal Farm“ des Agora Campings bekannt.

Besonders die junge Katze, die ich liebevoll „Pfötli“ taufte, hätte ich am liebsten gleich mitgenommen. Die erste Nacht schlief sie sogar bei uns in der Loki.
Falls wir wieder einmal am Koman See vorbeikommen sollten, würden wir bestimmt wieder hier Halt machen.
Wir hatten uns einige Ort in Albanien herausgeschrieben, nachdem wir auf Youtube einen Dokumentarfilm über das Land geschaut hatten. Wir lasen uns Blogs über Albanien durch und liessen uns von Freunden beraten. Dabei kamen immer wieder die paar gleichen Namen vor: Gjrokaster, die Stadt der Steine, im Süden, Berat, die Stadt der tausend Fenster im Zentrum, Ksamil an der Küste, die Lagunen von Butrint und Karavasta, der Ohrid See an der nordmazodnischen und griechischen Grenze. Auch Tirana, die Hauptstadt klang interessant.

Kruja

Das nächste Ziel, zwei Stunden südlich vom Camping Agora entfernt, war die mittelalterliche Festung von Kruja, die der albanische Nationalheld Skanderberg mit seiner Liga von Lezha erfolgreich gegen das osmanische Reich verteidigte. Erst nach dem Tod Skanderbergs fiel sie schliesslich doch an die Osmanen.
Imposant steht die Festung überhalb der Stadt Kruja mit grandioser Aussicht bis zur albanischen Küste. Sie ist heute ein Museum, umzingelt nicht von Osmanen, sondern von Restaurants und Souvenirshops.

Im Diviaka-Karavasta Nationalpark

Nach einem traditionellen Mittagsessen fuhren wir weiter zur Lagune von Karavasta. Hier sattelten wir am nächsten Tag erstmals auf dieser Reise unsere Drahtesel und fuhren über Sandwege und bodenlose Pfützen durch den Divjaka-Karavasta Nationalpark. Die Lagune ist ein Paradies für Vögel. So sahen wir auf dem Weg Flamingos, Möwen und andere Wasservögel, aber nicht den Krauskopfpelikan, für den der Nationalpark bekannt ist.
Leider war auch hier ein grundlegendes Problem mehr als ersichtlich: Abfall, wohin das Auge schaut. In Albanien, ein armes Land, das uns oft an lateinamerikanische oder asiatische Länder erinnerte, scheinen die Menschen noch immun zu sein gegen Umweltverschmutzung. Und da machte es scheinbar keinen Unterschied, ob wir uns in einem Nationalpark befanden oder nicht, weil die Nationalparks, von denen es in Albanien ganze 14 Stück gibt, oft auch nur auf dem Papier geschützt werden.

Berat - Stadt der Fenster

In Berat, der nächsten Stadt auf unserer Liste, erwischten wir einen perfekten Tag für einen Fahrradausflug durch die Berge. Den ganzen Tag erfreuten wir uns ab einem stahlblauen Himmel, aber auch frostige Temperaturen am Morgen und Abend.
Wir fuhren auf meist nicht asphaltierten Strassen durch kleine Dörfer und Olivenhaine, bis es zu steil wurde und wir die Bikes stossen mussten; der schneebedeckte, über 2000 Meter hohe Tomorr immer im Blickfeld.
Man sieht auf den ersten Blick, warum Berat „die Stadt der tausend Fenster“ genannt wird. Das UNESCO-Welterbe ist mit seinen typischen weissen Häusern mit den vielen kleinen Fenstern eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Albanien. Und das zurecht, wie ich finde. Die malerische Gebäude und Moscheen verleihen der Stadt ein märchenhaftes Aussehen.
Bei den lieben Gastgebern vom Natyra e Qetë Caravan Camping waren wir bestens aufgehoben. Und wieder die einzigen Gäste weit und breit.
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Danach fuhren wir weiter entlang der Küste durch den kurvenreichen Llogora Nationalpark. Unsere Loki hatte mit den megasteilen Strassen recht zu beissen. Für den schnellen Transit wird gerade ein neuer Tunnel gebaut, dessen Fertigstellung aber bestimmt noch ein paar Jährchen dauern wird. Für uns Reisende wäre es aber eine Schande, die Bergstrasse durch den Park zu verpassen. Ich würde sie sogar als den wohl „most scenic highway“ auf dieser Seite der Adria bzw. des Ionischen Meeres betiteln.

In Ksamil am Meer

Jetzt sitzen wir in Ksamil, einem beliebten Badeörtchen im südlichen Albanien in einem Gewittersturm, der noch ein paar Tage anzuhalten scheint, fest. Das macht uns nicht viel aus; so haben wir etwas Pause vom vielen Fahren und ein wenig Zeit für Computerarbeit.
Ksamil an der Lagune von Butrint hat man schnell gesehen. Jetzt im Winter läuft nichts hier. Alle Hotels und Restaurants sind zu. Doch die vielen Baustellen und neuen oder halbfertigen Hotels weisen auf den Touristenboom in den Sommermonaten hin.

Gjirokaster - In der steinigen Stadt

Ein paar Tag später in Gjirokaster fühlen wir uns gleich wohl. Nachdem in Ksamil nichts los war (beinahe alle der unzähligen Restaurants und Hotels waren zu) wollten wir wir etwas mehr Leben und Bergluft schnuppern.

Da wurden wir in Gjirokaster vollkommen bedient. Die kleine Stadt liegt am Rande des weiten Drino Flusstales im Süden Albaniens. Sie ist umrahmt von kargen, von der winterlichen Sonne in schönes Licht-Schattenspiel getauchte Bergketten.

Die Stadt der Steine, gleichzeitig eine der ältesten albanischen Städte und seit 2005 UNESCO-Welterbe, ist, wie ihr Beiname schon sagt, aus vielen, in der Umgebung reichlich vorhandenen Steinen erbaut. Die Häuser, Dächer, Strassen und markanten Trutzburgen gehören genauso zum Stadtbild, wie die über der Altstadt thronende Burg.

Auch in Gjirokaster sind Touristen im Winter rar; ganz anders wohl in den Sommermonaten, wie die dutzenden Gasthäuser und Boutique Hotels erahnen lassen.

Viele Restaurants sind auch hier geschlossen. So wandern wir am zweiten Tag etwas verloren durch die steile Altstadt unter der Burg, bis wir um etwa 14.00 Uhr endlich etwas finden.

Wir werden ins Restaurant begleitet und noch bevor wir eiligst den Rückzug antreten können, sitzen wir inmitten einer albanischen Feier.

Ein grosser Tisch ist besetzt von angeregt schwatzenden Menschen, jung bis alt, so viele Frauen wie Männer. Wir bestellen und der Restaurantbesitzer, der auch etwas deutsch spricht, klärt uns auf, dass das seine Feuerwehrkumpanen seien.

Die Musik dröhnt neben unserem Tischchen. Als die ersten zur traditionellen Musik zu tanzen beginnen, ahnen wir bereits Unheilvolles.

Als unser Essen kommt, glauben wir uns schon aus dem Schneider. Die Feuerwehrgarnison tanzt jetzt sich an den Händen haltend um den Tisch und durchs ganze Restaurant.

Und gerade als wir die ersten leckeren Happen vertilgen, wird zuerst Seraina, dann auch ich an den Händen gepackt und wir verschmelzen stolpernd im Kreise des Tanzes. Gut, haben wir bereits ein, zwei Gläser Rotwein intus!

Alle lachen und singen, und so schnell es begonnen hat, wird in die Hände geklatscht und die Feier ist vorüber.

Verschwitzt setzen wir uns zurück an unser Mittagsessen. Albanien, wie man es sich vorstellt.

Am nächsten Tag, der letzte des Jahres, erkunden wir Gjirokaster mit den Rädern.

Ich ziehe mit dem E-Bike Seraina die steilen Strassen hoch, bis wir am oberen Ende der Stadt ankommen. Hier werden uns wunderbare Blicke bis weit in die Ferne geschenkt. Durch die engen Gässlein rollen wir stadtabwärts, bis die Bremsen qualmen.

Die Altstadt von Gjirokaster ist wohl eine der schönsten, die wir seit langem gesehen haben (gut, Mostar in Bosnien kommt ihr wohl sehr nahe).

Trotzdem freuen wir uns auch an diesem makellosen Tag, wieder zurück zu unserem Camper zu kommen, wo wir auf dem Campingplatz von Julian, drei Kilometer ausserhalb der Stadt, bei einem Lagerfeuer den endlosen Sternenhimmel geniessen können.

Irgendwo da oben (bzw. da drinnen) steht geschrieben, was das neue Jahr für uns bereithält. Wir müssen nur genau hinschauen.

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Hier geht es zum nächsten Beitrag über Albanien:

Übrigens, hier noch zwei lohnenswerte Dokus über Albanien, Teil 1 und 2, auf Youtube:

 

  • Teil 1 über den Norden des Landes
  • Teil 2 über den Osten, Süden und einem spannenden Schluss in Tirana

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