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San Agustín bis Ecuador - Letzter Teil unserer epischen Reise
Ecuador,  Epische Reise 2016-18,  Kolumbien

San Agustín bis Ecuador

Kolumbien – Epische Reise 2016-2018 Teil XVII – Letzter Teil

San Agustin Map

San Agustín

Seit fast einer Woche geniessen wir schon das herrliche San Agustín im südlichen Kolumbien, der aus malerischen, in Kaffeesträuchern gehüllten Berg- und Flusslandschaften besteht. Das Wetter tut sein Übriges, indem Sonne, Wolken und Regenschauer ein surreales Licht- und Schattenspiel auf die saftig grünen Hügel zaubern.
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Wir haben uns ein kleines Gästezimmer im Städtchen gemietet. Von hier erkunden wir San Agustins Umgebung zu Fuss. Wir wandern durch die tiefe Schluchten des Rio Magdalenas, der quer durch Kolumbien fliesst, um sich dann in Barranquilla, nur drei Stunden von Palomino, ins karibische Meer zu ergiessen. Wir staunen über die vielen pittoresken Wasserfälle, darunter der Salto del Mortiño, der sich über 100 Meter in die Tiefe stürzt.
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San Agustín ist vor allem deshalb bekannt, weil hier monumentale Steinskulpturen gefunden wurden. Sie stammen von einer prähistorischen Kultur von der nicht viel bekannt ist. Die Statuen wurden zwischen 200 v. Chr. und 700 n. Chr. errichtet und sind heute im archäologischen Park von San Agustín zu betrachten.
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Wir sparen uns den Besuch noch etwas auf und besuchen stattdessen die vielen kleineren Attraktionen in der Gegend. Häufig findet man auch in der Nähe des Flusses Skulpturen, wie etwa La Chaquira, vier Kilometer ausserhalb San Agustíns.
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Weitere Ausgrabungsstätte befinden sich auf der anderen Seite der Magdalena-Schlucht, zum Beispiel die Alto de los Idolos, die einige grosse Steinskulpturen zeigt.
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Die wundersame Landschaft um San Agustín zieht ähnlich wie in Palomino oder etwa im Valle Sagrado in Peru naturverbundene Menschen an, die Land kaufen und hier ihr Heim bauen.
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Einer dieser Menschen finden wir auf einem unseren ausgedehnten Spaziergängen. Cesar winkt uns aus seinem Garten zu. Er ist Kolumbianer, etwa 65 und ein leidenschaftlicher Gärtner. Er zeigt uns sein grünes Reich, um das er sich täglich sorgt und ihm im Gegenzug Nahrung schenkt.
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Er zeigt und seine Salate und den riesigen Kardamon, der hier vorzüglich wächst. Er erzählt uns, dass er hier auch schon reisende Freiwillige beherbergt hat, die im Garten mithalfen. Wir sollen ihm Bescheid geben, wenn wir dazu auch Lust hätten.
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Ein anderer besonderer Bewohner San Agustíns, bei dem wir einige Tage verbringen, erzählt uns von der Tatacoa-Wüste, etwa fünf Stunden Autofahrt nördlich von San Agustín. Nach seiner Beschreibung muss es eine typische rote Wüste sein, wo die Natur mit Hilfe von Wind und Wetter ihre eigenen Steinskulpturen kreiert hat, wo Kakteen wachsen und die Milchstrasse die Nacht erleuchtet. Das klingt nach Utah oder Arizona, einfach kleiner.
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Wir können es uns kaum vorstellen, da wir ja hier in den grünen Bergen stehen. So nahe soll diese Wüste sein? Davon wollen wir uns mit eigenen Augen überzeugen.
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Tatacoa

Mit einem Sammeltaxi geht es nach Neiva und von dort weiter mit einem Bus ins Dörfchen Villavieja. Die meisten Besucher nehmen von hier eine Art Tuktuk-Taxi bis zu einer Unterkunft in der Wüste. Wir wollen nichts davon wissen und gehen die sechs Kilometer zu Fuss.
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Während wir gehen, wird die Landschaft immer karger und röter. Wir kommen einem Observatorium vorbei und finden bald darauf unsere Wüsten-Unterkunft, wo wir für zwei Nächte Hängematten mieten.
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Wir befinden uns nach nur ein paar wenigen Stunden Reise in einer komplett unterschiedlichen Welt verglichen mit San Agustín. Auch hier machen wir uns zunächst zu Fuss auf Erkundungstour durch die bizarre Wüsten- und Felslandschaft. Dabei entstehen viele, viele Fotos.
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Obwohl es bewölkt ist, buchen wir nachts einen Besuch im Observatorium. Dort werden uns durch ein Teleskop die Planeten unseres Sonnensystems präsentiert, wann immer sich der Himmel lichtet. Gar nicht so einfach, einen guten Blick zu erhaschen, wenn die ganze Gruppe von 12 oder 14 Menschen einmal hindurchschauen will.
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Am nächsten Tag mieten wir uns ein Rad und fahren etwas tiefer in die Wüste hinein. Auf dem Weg beobachten wir ein Filmteam am Set, die eine Jesus-Christus-Szene drehen. Seltsam, wir befinden uns urplötzlich unter Römern und Jesus‘ Anhängern mitten in Kolumbien.
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Im Valle de los Xilópalos wurde der Sandstein ganz kurios ausgewaschen. Die Figuren, die entstanden, gleichen so sehr einem Gespenst, das irgendwelche Spassvögel ihnen sogar ein Smiley-Gesicht verpassten.
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Nach zwei Nächten in der Hängematte fahren wir zurück nach San Agustín. Denn dort haben wir noch längst nicht alles gesehen.

Zurück in San Agustín

Wir haben den Skulpurenpark, die grosse archäologische Anlage, in San Agustín noch gar nicht besucht und holen das jetzt nach. Wir fotografieren, was das Zeug hält, denn jede Figur hat ihren eigenen Charakter. Im Park heisst es, dass es Dämonen- oder Götterfiguren sind, die von der San Agustín-Kultur vor rund 2000 Jahren geschaffen wurden.

Viele wurden hervorragend restauriert und obwohl sie schon uralt sind, kann man viele Details in Gesichter und Körper ausmachen. Wir sehen auch Gräber, die mit Tierfiguren oder anderen Gestalten verziert sind. Die Anlage ist gross und wir verbringen den grössten Teil eines Tages darin.

Putumayo

Schliesslich ist es doch Zeit weiterzuziehen. Obwohl wir gehört haben, dass es in der Provinz Putumayo ganz im Süden Kolumbiens rau zu- und hergeht, ist unser nächsten Ziel Mocoa. Momentan sind Präsidentschaftswahlen in Kolumbien, was heisst, dass in gewissen Teilen des Landes, wie eben im Putumayo, wieder einige Politiker dranglauben müssen.
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Wir denken, dass es uns Touristen nicht betrifft und fahren trotzdem – und landen mitten im Dschungel.
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Es wird ein kurzer Besuch, da wir nicht mehr allzu viel Zeit haben. Aber er lohnt sich allemal. In einer ganz einfach Unterkunft ohne Strom leben wir wie Tarzan im Urwald. Es hätte mich gereizt, einen Curandero, Schamanen, zu finden, der mit uns eine Ayahuasca-Zeremonie durchführen würde. Dafür ist der Putumayo bekannt.
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Als wir in der Unterkunft ankommen, erzählt uns der Besitzer, dass sie gerade gestern eine Zeremonie abgehalten hätten. Vielleicht gäbe es bald wieder eine. Ich deute das als Zeichen, dass es momentan nicht nötig ist, einer Zeremonie beizuwohnen.
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Stattdessen wandern Seraina und ich alleine in den Dschungel, auf Pfaden, die noch zum Land der Unterkunft gehören, aber dennoch ziemlich tief in den Wald führen.
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Dort finden wir eine Lichtung, wo eine einfache Hütte, Koch- und Feuerstelle gebaut wurden; offensichtlich für Ayahuasca- und ähnliche Zeremonien.
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Ganz in der Nàhe befinden sich „Ojo de Dios“ (das Auge Gottes). Hier fliesst ein klarer Dschungelbach durch ein paar Schnellen und Pools, wo wir ganz für uns baden können.
Gereinigt und bereit für das letzte Abenteuer dieser Reise entsteigen wir dem Urwald.
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Nach Ecuador

Von Mocoa erreichen wir über „die gefährlichste Strasse Kolumbiens“ Pasto. Die Strecke ist tatsächlich spektakulär. Sie windet sich über eine Kieselstrasse aus dem Dschungel hoch in die Ebene der Anden. Wasser fliesst über die Strasse, die bestimmt immer wieder mal von Fluten weggerissen wird – und dabei alles mit sich reisst. Und wir eingeklemmt zwischen den anderen Fahrgästen im Minibus.
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Nach, ich weiss nicht mehr, fünf, sechs, sieben Stunden fahren wir endlich in Pasto ein, wo wir totmüde in ein Bett fallen. Am nächsten Tag ist es nur noch ein Katzensprung an die Grenze.
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Hier werden wir von einer langen, laaaaaaangen Schlange von Menschen erwartet. Wir erschrecken. Das wird nicht Stunden dauern, bis wir in Ecuador, sondern Tage!
Ausgestempelt haben wir relativ schnell, aber wie sollen wir nun nach Ekuador kommen? Wir gehen entlang der Schlange, die sich einmal ganz um das Zollgebäude windet ohne Ende in Sicht. Es sind venezolanische Flüchtlinge, die bereits Tage und Nächte mit dem Bus unterwegs waren, um weiter nach Ekuador oder Peru zu kommen.
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Eine Frau berichtet mir, dass sie mit ihrer Familie, die mit anderen Menschen am Boden kauert und wartet, schon seit gestern hier ansteht. Es nieselt und ist kühl in diesen Höhen. Sie tun mir leid, diese Menschen. Vertrieben aus ihrem Land, das so reich wäre.
Uns rettet einmal mehr unser rote Reisepass. Wir werden von einem Beamten durch gewunken, abgefertigt und auf unseren Weg geschickt.
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Die letzte Station unserer epischen Reise, die im Herbst 2016 begonnen hat und nun im Juni 2018 zu Ende gehen soll, ist Otavalo, eine Stunde nördlich von Ekuadors Hauptstadt Quito.
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Es ist eine bekannte Marktstadt, die jedes Wochenende viele Besucher anlockt. Unter vielem anderen, werden von der hier ansässigen indigenen Bevölkerung farbige Gemälde und Kleider angeboten. Es erinnert mich an Guatemala.

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Wir sind aber nicht deswegen hergekommen. Wir wollen Reto und seine Familie besuchen, die wir vor etwa drei Jahren in Canoa an einem Strand in Ekuador kennenlernten.
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Er ist ursprünglich aus der Schweiz und betreibt zusammen mit seiner Frau Anahel und Tochter Valentina ein selbstgebautes Hotel etwas ausserhalb der Stadt. Wir verlieben uns sofort in ihr Schmuckstück mit der grandiosen Aussicht auf Maisfelder, Berge und in der Ferne Otavalo am See.
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Hier verbringen wir einige ruhige letzte Tage und gewöhnen uns durch die Gespräche mit Reto ans Schweizerdeutsche.
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Noch eine Anekdote vom Flughafen in Quito. Ich werde wieder einmal zur Gepäckkontrolle zitiert. Mit anderen Passagieren warte ich, bis ich an die Reihe komme. Nervös? Eigentlich nicht. Ich habe nichts Illegales bei mir. Aber Geschichten habe ich gehört, die mir jetzt wieder durchs Kopfkino huschen. Hat mir jemand etwas ins Gepäck geschmuggelt? Der Beamte sieht ernst aus. Sollte ich mir Sorgen machen?
Ich werde aufgefordert, meinen Rucksack vollständig zu leeren, alle Fächer zu öffnen und zu zeigen. Als ich den ein Kilo schweren Panela-Block in Frischhaltefolie gepackt in die Hand nehme, wird er stutzig. Was ist das?
„Panela, handgemachter und gepresster Rohzucker“, gebe ich ihm zu verstehen. Gut, dass sie hier diese Art von Zucker kennen, obwohl ich ihn aus Kolumbien mitgebracht habe.
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Trotzdem findet er es wunderlich, dass ich soviel Zucker mit nach Hause nehmen will. Er zückt ein Messer und sticht ein paar Mal in den Zuckerblock hinein. Wohl um sicher zu gehen, dass es wirklich kein Heroin ist und ich auch nichts im Block verstecken will.
Er findet nichts Kompromittierendes und muss mich ziehen lassen.
Puh! Ein letztes kleines, mit Herzklopfen verbundenes Abenteuer auf dem Weg über Madrid nach Hause in die sommerliche Schweiz. Das soll auch reichen.
Für den Moment.

Ende

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Epische Reise 2016-18

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