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Unterwegs im Balkan - Mobil zuhause in Südeuropa
Balkan,  Bosnien,  Italien,  Kroatien,  Montenegro

Unterwegs im Balkan

Italien

Öl und Reifendruck gecheckt, aufgetankt und beim Campingshop noch eine Dichtung gekauft für das lecke Abwaschbecken, waren wir am 6. Dezember um Mittag endlich bereit für die lang ersehnte Abfahrt in den Süden.
Wohin genau wussten wir noch immer nicht. Erst mal ab durch den Gotthard, auf die andere Seite der Alpen.
Lange dauerte es nicht, da erreichten wir gegen Abend unser erstes Etappenziel, einen ruhigen Parkplatz oberhalb des Lago di Como, gleich nach der italienischen Grenze. Die App park4night ist dabei Gold wert, solche Örtchen zum Hinstellen für die Nacht zu finden. Ein Plätzchen für ein paar Stunden, wo wir niemanden stören, uns aber ebenfalls niemand behelligt.
Wir waren darauf vorbereitet, dass es kalt würde. Haufenweise Decken und dicke Kleider erleichterten es uns dabei, mehr oder weniger warm zu bleiben. Mit zitternden Gliedern starteten wir den Motor am nächsten Morgen früh. Weiter entlang des Sees, weiter in die Berge und Täler Norditaliens.
Im Skiörtchen Aprica auf fast 2000m machten wir Pause im Schnee. Unser „Green Pass“ verschuf uns Zutritt zu einer Pizzeria, unser erstes wahres Ziel in Italien.
Gestärkt fuhren wir weiter durchs Trentino, auf und ab durch verschneite Täler. Im Trentino fanden wir wieder mit Hilfe zuvor genannter App einen optimalen Parkplatz für die Nacht unterhalb der Burg Thun. Ein wunderbar sonniger Tag verabschiedete sich allzu bald, um Platz zu machen für eine sternenklare, eisige Nacht.
Schnee wurde gemeldet. Schnee bekamen wir. Wir strichen alle Pläne, unserer Loki weitere Pässe zuzumuten und nahmen die Route bergab. Noch lange waren wir umgeben von weiss, bis der Schnee in tieferen Ebenen zu grauem Nass wurde. Die Gegend zwischen Treviso und slowenischer Grenze ist kaum der Rede wert. Endlich, nach etlichen Stunden Fahrt, kreuzten wir am Nachmittag die Grenze bei Nova Gorica und somit auch unsere Wanderroute, die wir letzten August auf dem Alpe Adria Trail gegangen sind.

Slowenien

Die Landschaft änderte sich abrupt. Kleinere Strassen, viele Hügel und Dörfchen. Eine viel weniger bewohnte Gegend, ganz nach unserem Geschmack. Irgendwo im Wald versteckten wir uns für die Nacht.
Zuerst Regen, viel, viel Regen, der aufs nächtliche Dach prasselte. Dann stiller Schnee.
Am nächsten Morgen erwachten wir zu weissem Boden, weissen Bäumen und weissem Himmel. Schnell weiter, Motor an, Finger an die Heizung.
Die weisse Pracht verfolgte uns – ok, gut, man darf auch sagen: begleitete uns den ganzen Tag durchs ländliche Slowenien.

Kroatien

An der kleinen kroatischen Grenze wurden unsere Pässe und Zertifikate gescannt und wir durchgewunken. Unweit der Plitvicer Seen fanden wir einen kleinen, verschneiten Picknickplatz für die Nacht. Hier packten wir unser Holz aus und wärmten uns am romantischen Lagerfeuer.

Geheimtipp: Plitvicer Nationalpark. Und zwar im Winter! Wo sich in der Hauptsaison Menschenschlangen die Wege und Ufer entlang drängen, um die zauberhaften Fälle und Seens zu bestaunen, waren wir fast mutterseelenallein. Die weissen Bäume und tiefliegenden Wolken tauchten die Landschaft in eine mystische Fantasiewelt. Wir wandelten wie durch einen Traum. Zu wie viel Schönheit dieser Planet doch immer wieder fähig ist. Unglaublich!

Mit verzückten Herzen und zu nachmittaglichem Sonnenschein fuhren wir weiter, weg aus den Bergen, weg aus dem Schnee. Südlich von Zadar erreichten wir das langersehnte Meer. Wir übernachteten an einem ganz speziellen Aussichtspunkt über die weite Inselwelt Kroatiens.
Dort holte uns der Sturm ein. Viel Wind, immer wieder Regenschauer. Aber auch die Sonne blinzelte hin und wieder hinter den spektakulären Wolkengebilden hervor.
So erreichten wir nach nur knapp einer Woche Fahrt in unserer Loki Split. Genauer, einen Zeltplatz 10km südlich von der Stadt. Hier gönnten wir uns ein paar Nächte Ruhe und warteten einen sonnigen Tag ab, um die geschichtsträchtige Altstadt Splits zu besuchen.
Wer uns kennt, weiss, dass wir es aber nicht lange in der Nähe einer Stadt aushalten. Jetzt, nach 3 Tagen still sitzen, ist es wieder höchste Zeit, das Wohnmobill zu packen und weiter gen Süden zu steuern.
Weitere Länder warten. Bosnien, Montenegro, Albanien, Griechenland. Und wohin wir es uns noch ziehen? Wir dürfen gespannt sein…
Hier noch ein kleiner Einblick in bewegten Bildern 🙂

Wir liessen Split und den Camping in Stobreč hinter uns und fuhren die teilweise hinreissende, teilweise wüst verbaute kroatische Küste Richtung Süden. In Baška Voda stachen wir durch den neuen Tunnel Richtung Inland mit dem Ziel Mostar in Bosnien.

Hoch hinauf steuerten wir unsere Loki. Ohne sich zu beklagen, einfach in ihrem Tempo ‒ da liess sie nicht mit sich verhandeln ‒ nahm sie Kurve um Kurve in die Höhe, bis an den Rändern der erste Schnee auszumachen war.

Bosnien

An der Grenze drückten sie uns den Stempel ins Buch und wir durften hinein ins nächste Land.
Auf Bosniens Strassen kommt man oft nur langsam voran. Das liegt nicht bloss an den Strassenverhältnissen, sondern auch am gemächlichen Fahrstil der Bosnier. Hätte ich mir so nicht vorgestellt.
In Široki Brijeg wusste ich einen park4night-Parkplatz, eine halbe Stunde vor Mostar. Er lag am Ende einer Strasse an einem reissenden Fluss, der türkis schimmerte und durch enge Schluchten jagte wie die Soča in Slowenien.
Es war gerade mal 3 Uhr nachmittags, dennoch ging die Sonne bereits hinter den Bergen unter. Wir machten einen Spaziergang durch die Hügel und Schluchten, die das Wasser in sie hineingefressen hatte. Welch eine Naturpracht! Das machte gleich Lust, einfach wieder draufloszuwandern.
 
Der Parkplatz füllte sich am Abend vollständig und wir waren eingeparkt von Besuchern des Restaurants, das hier am Fluss lag. Aber niemand behelligte uns.

Am nächsten Tag besuchten wir Mostar, die wohl touristischste Stadt Bosniens. Aber jetzt im Winter hatten wir sie fast ausschliesslich für uns. Die vielen Restaurants und Souvenirshops, die das Flussufer säumten, sprachen Bände. Die meisten waren zwar geöffnet, aber leer. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je von Mostar und der berühmten Stari most, der „alten Brücke“, die den mehr muslimisch geprägten Ostteil mit dem stärker katholisch beeinflussten Westen der Stadt verbindet.

Deshalb war ich auch so überrascht ab der Schönheit der Brücke und der Altstadt Mostars, die sich vor uns eröffneten. Wirklich eine Augenweide. Vor allem, wenn hier so wenige Menschen unterwegs sind. Wie die Stadt in der Hochsaison aussieht, können wir nur erahnen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass mir das Touristennest dann nicht mehr so gefallen würde.

Ausserhalb Mostars Altstadt
Wir fuhren weiter und erreichten schon bald Blagaj mit seinem in eine Felswand gebaute Derwisch-Haus an der Quelle des Flusses Buna. Obwohl auch dieser Ort mit Restaurants und Souvenirläden ausgeschmückt wurde, ist er heute wie vor Jahrhunderten ein beliebter Pilgerort für Anhänger der Lehren des Sufismus und Tasawwuf Glaubens. Das einfache Holzgebäude erinnerte mich an die traditionellen Teehäuser in Nepal.
Es wurde wieder früh Abend und wir suchten uns einen Schlafplatz am See. Was wir auf der App aber nicht wahrnahmen, war die Tatsache, dass sich die Stelle auf über 1000 Metern befand und somit nachts unter dem Gefrierpunkt. Trotzdem kamen wir, obwohl es schon dunkel war, gut über die Schneepiste und warm durch die eisige Nacht.

Montenegro

Wir erwachten zu einem glamourösen Wintermorgen in den Bergen ‒ Schnee, Sonne und ein makellos blauer Himmel sollten uns heute den ganzen Tag begleiten. Zwar hatten uns starke Böen, die das Wohnmobil durchgeschüttelt hatten, und die hin und wieder vorbeiziehende Lastwagen nicht gut schlafen lassen. Aber für das, was uns heute präsentiert wurde, waren wird mehr als fit.

Durch das bergige Bosnien fuhren wir der Grenze nach Montenegro zu. Dort stempelten sie unsere Pässe, scannten die Zertifikate und nahmen die Daten unseres Womos auf. Welcome to Montenegro!
Zunächst führten wir die Berg- und Talfahrt fort wie zuvor in Bosnien. Dann aber eröffnete sich uns ein wahrlich prächtiges Panorama: Von den Bergen hinunter schauten wir in einen norwegisch anmutenden Fjord vor der Stadt Kotor ‒ dahinter die Adria.
Schnell waren wir unten auf Meereshöhe. In Kotor begutachteten wir die herausgeputzte, touristische Altstadt. Die Läden erinnerten an einen Flughafen. Duty-free Parfümläden, chic angezogene Menschen, denen man das Geld und die Hochnäsigkeit ansah.

Wir hatten schon vernommen, dass Montenegro sich an reiche Ausländer verkauft habe. Das zeigte sich leider auch entlang der Küste hinunter Richtung Albanien. Die Natur und Landschaften wunderschön, die protzigen, manchmal halbfertigen Hotels am Strand eklig.

Eine Nacht verbrachten wir in der Nähe der albanischen Grenze direkt am Meer. Als es bereits wieder eindunkelte, stand Sonja mit der Taschenlampe bereit, als ob sie nur auf uns gewartet hätte und wies uns in ihren Familien-Camping, Camp Utjeha, ein. Für 15 Euro die Nacht mit Wasser und Strom kann man da ja nicht meckern.
Weiter geht die Fahrt nach

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