Epische Reise 2016-18,  USA

New York zu Fuss

USA Roadtrip – Epische Reise 2016-2018 Teil XI

New York

Die Grenze

Wir haben es geahnt. Sie werden uns nicht ohne weiteres hineinlassen. Als wir an der Grenze ankommen, werden unsere PĂ€sse geprĂŒft, dann werden wir hineinzittiert. „Dort parken und drinnen warten“, wir uns vom US-Zöllner beauftragt.
Nichts zu machen. Im BĂŒro setzen Seraina und ich uns hin und warten. Mehrere Leute kommen und gehen, wĂ€hrend die Zollbeamten uns zwar auf dem Schirm haben, aber uns erstmal nicht beachten.
Es kommt uns Ă€hnlich vor, wie damals, als wir 2010 von Vancouver in die USA einreisen wollten. 90 Minuten nahmen sie uns damals auseinander. WĂŒrde es wohl heute wieder so kommen? Oder werden sie uns gar nicht erst reinlassen?
Mulmiges BauchgefĂŒhl. Erste Fragen werden gestellt. Dann geht der Beamte wieder und lĂ€sst uns weiter schwitzen.
Es vergehen gefĂŒhlte Stunden, bis wir endlich ans Fenster gewunken werden. „Also, erzĂ€hlt mal, woher kommt ihr, wohin wollt ihr? Ich werde aus euren Passstempeln nicht schlau.“ Nicht unfreundlich, aber fordernd.
Wir versuchen zu erklĂ€ren und machen schlechten Eindruck. „Stopp, stopp. Was? Von Kolumbien in die USA, jetzt in Kanada, wieder USA und zurĂŒck nach Kolumbien? Und das Auto ist wirklich eures? Ist das legal?“
Und dutzende weitere Fragen. Wir werden in die Mangel genommen, jede Frage wird so gerichtet, dass meine Antworten unweigerlich mehr Fragen aufwerfen.
Wir werden wieder zum sitzen aufgefordert. Und warten. „Was machen wir, wenn die uns wirklich nicht reinlassen?“, will Seraina von mir wissen. Ich zucke mit den Schultern. Noch ist es nicht soweit. Abwarten.
Seit etwa zwei Stunden sitzen wir hier, werden andere ohne viel Aufruhr das Weiterreisen erlaubt wird. Dann endlich werden wir wieder an den Schalter gebeten. „Ich drĂŒcke jetzt beide Augen zu. Neun von zehn meiner Kollegen hĂ€tten euch zurĂŒckgeschickt…“ Der Beamte neben ihm raunt: „Ich hĂ€tte euch bestimmt nicht ins Land gelassen.“
„Schaut zu, dass ihr wieder nach Hause kommt und da bleibt“, befiehlt uns der gute Cop vor uns. „Weltreisende? Das machen wir hier nicht.“
Wir schnappen uns die PĂ€sse und machen, dass wir weiterkommen. Eine lange Weile sprechen wir nicht im Auto. Lange bleibt die Stimmung aber nicht gedrĂŒckt. Nach einer Nacht im grĂŒnen, hĂŒgeligen Vermont fahren wir tatsĂ€chlich New York zu. Ich bin sowas von gespannt auf die Stadt, die ich in so vielen Filmen schon besucht habe.
DSC08287

New York, New York

Wir kriechen durch den langen Verkehrsstau der Grossstadt zu. Als wir nach Manhatten hineinfahren, fÀllt mir ein Polizeiauto auf, das uns schon eine Weile verfolgt. Dann ist es soweit. Einmal aufheulende Sirene und sie halten uns an. Kontrolle. Unsere kalifornischen Nummernschilder sind wieder einmal aufgefallen.
DSC08300
Ein grosser, glatzköpfiger Cop steht bei mir am Fenster und schaut mich durch seine Sonnenbrille prĂŒfend an. Sein kleinere Kollege tritt an Serainas Fenster auf der Beifahrerseite. Eine mehrere Fahrbahnen breite Kolone von Fahrzeugen rollt an uns vorbei. Was droht uns nun? Ein good Cop, bad Cop-Spiel?
Nein, sie bleiben freundlich. Der grosse Bulle fragt mich neugierig nach unseren ReiseplĂ€nen. „Was? Durch die ganzen Staaten und zurĂŒck? Und dann noch nach Mexiko? Das wĂŒrde ich mich niemals getrauen.“ Ich schaue ihn an, er aber bleibt ernst.
Rasend laut nÀhert sich ein Motorrad von hinten. Der Fahrer trÀgt keinen Helm. Auf unserer Höhe angekommen, lÀsst er sein Bike nochmals aufheulen, schwingt sich aufs Hinterrad und braust lÀssig an uns und den NYPD-Cops vorbei. Was nun?
DSC08335
„Crazy“, raunt der grosse BarhĂ€uptige schulterzuckend. „Willkommen in New York.“
DSC08115
Über die Brooklyn Bridge gelangen wir nach Queens und dann nach Flushing, wo wir ein relativ gĂŒnstiges Guesthouse gefunden haben. Es liegt inmitten des chinesischen Viertel. Die jungen, freundlichen Gastgeber zeigen uns, wie wir am besten mit der Metro nach Manhatten kommen.
DSC08124

Ein Tag in Manhattan

Wir haben uns einen kleinen Plan zurechtgelegt. Am folgenden Tag starten wir im Battery-Park, winken der Freiheitsstatue zu und marschieren los Richtung Norden, einmal quer durch Manhatten.
DSC08187
Unterwegs sehen wir uns KuriositĂ€tenlĂ€den an wie den „Mysterious Bookshop“ und den „Evolution Store“, der alles mögliche in den Regalen stehen hat. 
DSC08196
Wir spazieren durch den Farmers Market mitten in der Stadt, gehen durch Little Italy, wo uns Tony eine Pizza in einem typischen Mafia-Restaurant serviert, bestaunen das gewaltige Empire State Building, Ground Zero und unzÀhlige andere HochhÀuser und Glasfassaden.
DSC08225
Fasziniert schlendern wir den Broadway entlang. Die Lichter von den Neonzeichen und Leuchtreklamen im Time Square sind eine Show fĂŒr sich. FĂŒr die New Yorker ganz normal, mir fallen jedoch fast die Augen heraus.
Vom Washington durch den Union und Madison Square gelangen wir schliesslich in den riesigen Central Park. In der grĂŒnen Lunge New Yorks wimmelt es von Menschen; SpaziergĂ€nger, Jogger, VerkĂ€ufer, Verliebte, Zwielichtige… An nichts und niemand fehlt es.
DSC08265
Wir haben uns heute die FĂŒsse wund gelaufen. Viele Meilen befinden sich zwischen dem Central Park und dem sĂŒdlichen Ende Manhattens, wo wir unsere Stadtwanderung begonnen haben.
DSC08270
Man muss New York schon selbst erlebt haben, um einen authentischen Eindruck zu erhalten. Die meilenlangen Avenues, die Skyscrapers, die verschiedenen AuslĂ€nderviertel, das Hustle und Bustle der New Yorker. Überall emsiger Betrieb. Leben im Grossstadt-Dschungel.
DSC08174
GenĂŒsslich schlĂŒrfen wir unser Bier im Pub, bevor wir die nĂ€chste Metrostation suchen und uns auf den Weg zurĂŒck ins Guesthouse machen. Eine eindrĂŒckliche Stadt, das bestimmt. Dann wĂ€ren da auch noch Brooklyn und Queens zu besichtigen, dafĂŒr mĂŒssten wir aber noch viel mehr Zeit einplanen.
DSC08207
Auch das 300 Kilometer entfernte Washington DC wurde uns schon oft empfohlen. Aber eine Riesenstadt reicht uns fĂŒr den Moment. Wir reisen weiter. Endlich wieder nach SĂŒden. In die sonnige WĂ€rme Floridas.

Epische Reise 2016-18

ZurĂŒck zu Teil X:

Epische Reise 2016-18

Weiter zu Teil XII:

Folge uns auf sozialen Medien:

Hat dir der Beitrag gefallen? Schreib dich unten fĂŒr den Newsletter ein, um nichts aus dem Nimmerwoland zu verpassen. Wir freuen uns ĂŒber deinen Kommentar!

Nimmerwo Newsletter

Bleib auf dem Laufenden! Wir schreiben dir, wenn es wieder was Neues gibt!

Erledigt! Du bist jetzt Teil von Nimmewo Ups! Da ist was schiefgelaufen. Probier's nochmal!

Photographs 📾 - Travels 🌎 - Stories 📒 In English and German

Kommentar verfassen

de_DEDeutsch