Kambodscha
In der Hauptstadt Phnom Penh
Durch Phnom Penh fahren die meisten Busse. So verbringt man immer wieder mal eine Nacht in dieser Riesen-Stadt am Fluss Tonle Sap, einer der Zuflüsse des Mekongs.
Kep
Ganz im Süden und am Meer befindet sich das kleine Kep. Doch darüber gibt es nicht viel zu erzählen. Vielleicht gäbe es viel zu erzählen, doch nicht aus meiner Sicht. Mein Körper lag die meiste Zeit frierend und mit Gliederschmerzen im Bett eines hölzernen Bungalows, der Geist mal weg, mal verschwommen da. Ich lag im Fieber. Ein- bis zweimal täglich schafften wir es auf die Strasse, um etwas zu essen und Früchte zu kaufen.
Viel mehr als Meer, Krabbenmarkt und ruhige Küste hat Kep nicht zu bieten, obwohl das für die Städter aus u. a. Phnom Penh schon Grund genug ist, am Wochenende in Scharen hier einzufahren. Dann staut und drängt es sich plötzlich überall. Unter der Woche kehren wieder Trägheit und Ruhe ein.
Kambodschas Vergangenheit
Kambodschas Vergangenheit ist schrecklich. Zwischen 1975 und 1979 tötete das Regime der Roten Khmer unter Pol Pot etwa ein Viertel der Bevölkerung — rund zwei Millionen Menschen. Ziel war eine radikale Agrargesellschaft ohne Städte, Intellektuelle, Religion oder Einfluss von aussen. Kambodscha gehörte Jahre davor zu Französisch-Indochina.
Menschen wurden deportiert, zur Zwangsarbeit gezwungen, gefoltert oder ermordet, viele starben an Hunger und Krankheit. Das Auswahlverfahren der meist im Teenageralter befindlichen Roten-Khmer-Soldaten lief mehr oder weniger willkürlich. Oft reichte es schon, eine Brille zu tragen oder eine Fremdsprache zu sprechen, um als Feind zu gelten. Viele erfuhren den Grund für die Anklage nie.
Erst Jahrzehnte später wurden vor einem UN-unterstützten Tribunal einige Verantwortliche verurteilt. Pol Pot selbst starb 1998, ohne jemals vor Gericht gestanden zu haben. Psychologische Hilfe gab es kaum — viele Überlebende mussten mit ihrem Trauma allein weiterleben.
Siem Reap und Angkor Wat
Was uns in diese Stadt zieht ist Angkor Wat. Diese berühmten, teils von Bäumen überwucherten Tempel, ein UNESCO-Weltkulturerbe aus der Zeit des Khmer-Reiches, erbaut vom 9. bis zum 15. Jahrhundert, einst Zentrum einer riesigen Metropole mit vermutlich bis zu einer Million Menschen. Dann wurde die Stadt allmählich verlassen, geplündert, vom Dschungel verschluckt, später wiederentdeckt und restauriert.
Der Film Tomb Raider wurde im Tempel Ta Prohm gedreht, für uns einer der schönsten und mystischsten, da er von den gewaltigen Baumwurzeln regelrecht eingenommen wird. Zweimal besuchen wir ihn gleich zur Öffnung am Morgen und haben ihn für kurze Zeit für uns allein.
Das gesamte Angkor-Gebiet ist gut 400 Quadratkilometer gross, also etwa ein Viertel des Kantons Aargau. Alles zu sehen ergibt keinen Sinn. Besser ist es, einzelne Tempel auszuwählen und sich Zeit dafür zu nehmen, besonders in den kühlen Morgenstunden, aber auch gegen den Abend. Zur Mittagszeit brennt die Sonne zu stark, das Licht wird hart und die Tempel verlieren an Magie.
Wir wählen den Dreitagespass. Ein Tag wäre zu kurz, sieben dann doch zu lang. Von Siem Reap fährt man etwa 20 Minuten mit dem gemieteten Roller bis zu den ersten Tempeln. Eine geführte Tour buchen wir nicht. Wir wollen mit offenen Mündern die einst behauenen Steine ungestört inspizieren und uns nicht von einem Dauerradio ablenken lassen. Doch jedem das Seine.
Hier ein von Simon erstellter Rundgang mit den Dschungelgeräuschen inklusive, anschliessend eine Auswahl der schönsten Fotos:
Siem Reap selbst hat ein Zentrum mit günstigem Essen und einer Pub Street, die sich abends füllt. Wir trinken Mojitos für einen Dollar, wie damals in Las Vegas, nur sind sie hier besser. Und ausserdem beherrscht niemand die Viererreihe so gut wie die Kambodschaner. Zwei Währungen sind gleichzeitig im Umlauf, der US-Dollar und der kambodschanische Riel, wobei ein Dollar etwa 4000 Riel entspricht. Während wir noch umrechnen, halten wir längst das Wechselgeld in der Hand.
Bei uns geht es jetzt weiter nach Laos.
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